Hermann Hesse
Hermann Hesse ist einer der wohl berühmtesten Schriftsteller des 20 Jhd. Als ich mit 14 das erste mal sein Werk "Der Steppenwolf" las, begann für mich eine Zeit der Magie, der Faszination. Meiner bescheidenen Meinung nach, war Hermann Hesse kein Schriftsteller im herkömmlichen Sinne, viel mehr war er ein Künstler. Einmal von Hermann Hesse in den Bann gezogen lassen einen seine Werke nicht mehr los.
Das Leben des Hermann Hesse
Geboren wurde Hermann Hesse am 2.7.1877 in Calw (Baden Wüttenberg), als Sohn von Johannes Hesse und Marie Gundert. Schon in frühen Jahren meinte seine Mutter, dass er ein sehr tyrannisches Wesen besitzen würde und mit der richtigen Erziehung etwas großes aus ihm werden würde.
Seine Schulzeit verbrachte er anfangs in der Baseler Internatsschule der Mission, doch bereits 1886 zog die Familie Hesse wieder nach Cawl zurück und so besuchte Hermann Hesse die zweite Klasse der Lateinschule in Calw. Nach deren erfolgreicher Beendigung besuchte Hermann Hesse das evangelische-theologische Seminar in Maulbronn. Dort zeigte sich zum ersten mal die rebellische Ader des Jungen Hermann Hesse. Er flüchtete aus dem Seminar und konnte erst einen Tag später auf freiem Feld aufgegriffen werden.
Es begann eine schwere Zeit für Hermann Hesse. Er war in vielen Schulen, bis er schließlich in der Nervenheilanstalt in Stetten untergebracht wurde. Früh schon äußerte er Selbstmordgedanken, doch erst nach dem ersten Versuch kam er in diese Anstalt.
Ab 1892 besuchte Hermann Hesse ein Gymnasium, welches er mit dem einjährigen Examen abschloss, danach jedoch abbrach. Es folgten eine Lehre zum Buchhändler, welche er ebenfalls nach drei Tagen abbrach und anschließend eine Lehre als Mechaniker in einer Turmuhrenfabrik. Die monotone Arbeit in dem Werk bereitete ihm jedoch kaum freude und so beschloss er, sich wieder dem Literarischen zu widmen. Er suchte erneut einen Lehrplatz als Buchhändler um so seinen Traum verwirklichen zu können. 1898 schloss er die Lehre ab und blieb einige Zeit in der Buchhändlerei Heckenauer. Seine Erfahrungen in dieser Zeit schrieb er später im Werk "Unterm Rad" nieder.
Seine Bücher schrieb Hermann Hesse meist über erlebtes. Es spiegelt sich ein Großteils seines Lebens in diesen Werken wieder.
Als Hermann Hesse beschloss sich ganz der Schriftstellerei zu widmen kam er mehr schlecht als recht durchs Leben. Seine werke durften im Nazi-Deutschland nicht mehr verkauft werden und so entging ihm das Geld der deutschen Leser. Ab und an bat ihm ein Freund seine Hilfe an, die er jedoch nur schwer annehmen konnte.
Schwer vom Schicksal geprägt und von Krankheit geplagt verstarb Hermann Hesse am 9.8.1962 in Montagola, Schweiz.
Das wohl berühmteste Werk von Hermann Hesse ist "Der Steppenwolf". Gerne würde ich euch hier meine ganz eigene Inhaltsangabe schreiben, doch dieses Buch versteht wohl jeder für sich. Als ich es das erste mal las war ich gerade einmal 14 Jahre alt. Damals schien es mir als wunderbares Buch eines Einzelgängers. 3 Jahre später las ich es abermals und interpretierte einiges anders. Vielleicht liest du das Buch einfach selber, denkst dabei an meine Zeilen und interpretierst es für dich ganz alleine. Jeder gewinnt einem Buch etwas anderes ab.
Ein paar wunderschöne Gedichte von Hermann Hesse:
wie stehst Du fremd und sonderbar!
Wie hast Du hundertmal gelitten,
bis nichts in Dir als Trotz und Wille war!
gequälten Leben brach ich nicht
und tauche täglich aus durchlittnen Rohheiten
neu die Stirn ins Licht .
Was in mir weich und zart gewesen,
hat mir die Welt zu Tod gehöhnt,
doch unzerstörbar ist mein Wesen,
ich bin zufrieden, bin versöhnt.
Geduldig neue Blätter treib ich
aus Ästen hundertmal zerspellt,
und allem Weh zum Trotze bleib ich
verliebt in die verrückte Welt.
Schade war es um das Jetzt und Heute,
um all diese ungezählten Stunden und Tage,
die ich verlor, die ich nur erlitt,
die weder Geschenke noch Erschütterungen brachten.
Aber Gott sei gelobt, es gab auch Ausnahmen,
es gab zuweilen, selten, auch andre Stunden,
die brachten Erschütterung, brachten Geschenke,
rissen Wände ein und brachten mich Verirrten
wieder zurück ans lebendige Herz der Welt.
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Seltsam im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum kennt den andern,
Jeder ist allein.
Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war,
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.
Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.
Seltsam im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.